Chemotherapie1

Wurde bei Ihnen auf Basis der Gewebeuntersuchung und des Operationsbefundes eine fortgeschrittene Form des Eierstockkrebs festgestellt, so schließt sich nach der Operation eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie an.

Hierbei verabreicht Ihnen Ihr Arzt über eine Infusion zellwachstumshemmende Medikamenten, sogenannte Zytostatika, die verbliebene Krebszellen zerstören und das Tumorwachstum eindämmen sollen. Zytostatika wirken auf alle Zellen des Körpers, die sich häufig teilen, deshalb insbesondere auf Krebszellen, jedoch auch auf gesunde Zellen, die sich ähnlich schnell teilen. Hierzu zählen zum Beispiel Haarwurzelzellen, Schleimhautzellen oder Zellen der Blutbildung, was zum Auftreten von Nebenwirkungen führen kann.

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Eine Chemotherapie kann ambulant oder stationär erfolgen und wird in Intervallen, sogenannten Zyklen, durchgeführt, wobei sich Behandlungsphasen mit Behandlungspausen abwechseln, um dem Körper Zeit zu geben, sich wieder zu erholen. Die Dauer der Behandlung sowie die Anzahl der Zyklen richten sind in der Regel danach, ob Ihr Körper auf die Therapie anspricht und wie Sie die Chemotherapie vertragen.

Eine Chemotherapie greift in viele komplexe Vorgänge des Körpers ein und kann trotz individueller Planung erhebliche Nebenwirkungen verursachen. Art und Intensität der Nebenwirkungen hängen von den eingesetzten Medikamenten und deren Dosierung ab, variieren jedoch stark von Patientin zu Patientin. Zu den häufigen Nebenwirkungen einer Chemotherapie zählen u.a. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haarausfall, Erschöpfung und erhöhte Infektanfälligkeit.

Begleitende Informationen zur Chemotherapie und Nebenwirkungen

  • Um bereits zu Beginn Übelkeit und Erbrechen zu verhindern oder zumindest deutlich zu reduzieren, können Sie vor Beginn oder während jedes Chemotherapie-Zyklus nach ärztlicher Absprache begleitende Medikamente (sog. Antiemetika) erhalten (als Tablette oder Infusion).
  • Aber auch wenn Sie im Verlauf einer Chemotherapie Veränderungen und Beeinträchtigungen wahrnehmen, sollten Sie Ihr Behandlungsteam frühzeitig informieren.
  • Wie stark und belastend Sie die Nebenwirkungen einer Chemotherapie erleben, hängt auch von Ihren individuellen Einstellungen und Befürchtungen ab: Sind Sie bereits im Vorfeld der Behandlung umfassend über mögliche Belastungen aufgeklärt, so können Sie Beschwerden meistens besser begegnen und positiv mit der Wirksamkeit der Krebsbehandlung in Verbindung bringen. Viele Patientinnen berichten, dass eine positive innere Einstellung hilfreich ist, eine Chemotherapie besser zu vertragen.
  • Weitere Informationen zu unterstützenden Maßnahmen im Rahmen einer Chemotherapie erhalten Sie HIER.

Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren

Mehr Informationen

Referenzen1. Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe & AWMF. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Version 4.0 (2020).